Der DelikatessenShop  

Liköre (franz. „liqueur“, von lat. liquor für „Flüssigkeit“) sind aromatische alkoholische Getränke mit relativ hohem Zuckergehalt (mind. 100 Gramm pro Liter).

Es war ein gewisser Arnaldus (auch: Arnaldo) de Villanova, der am Ende des 13. Jahrhunderts von einem Kreuzzug die Technik der Destillation nach Europa brachte.
Er legte auch eine Vielzahl von Heilpflanzen in Alkohol oder Alkoholwassergemische ein, um deren Wirkstoffe herauszulösen, eine Technik, die man „Mazeration“ nennt, und die von ein paar Stunden bis zu mehreren Wochen dauern kann.
Damit standen beide grundliegenden Techniken, Destillation und Mazeration, die für die Herstellung von Likör benötigt werden, zur Verfügung.

De Villanova verwendete die Techniken damals allerdings noch zur Herstellung von Arzneien - eine Praktik, die bis heute üblich ist. Auch heute noch sind Alkoholauszüge von Kräutern in den Apotheken erhältlich.
Likör begann somit als Heilmittel, und war für lange Zeit die Domäne von Apotheken und Klöstern.

Dann, im 14. Jahrhundert, begann man, Liköre auch als Genussmittel herzustellen, und damit den gleichzeitigen Genuss von Alkohol, Aroma und Süße zu ermöglichen.
Durch die Seltenheit und den hohen Preis des Zuckers anfangs nur den Reichsten vorbehalten, wurde Likör zu einem Massenprodukt, als Zucker aufgrund der Kolonisation der breiten Bevölkerung zur Verfügung stand.
Seither gibt es Liköre von fast allen bekannten Früchten und Kräutern.

Oftmals wird bei Likörherstellung Korn für Beerenfrüchte, Rum für Zwetschken und Pflaumen, Weinbrand für Quitten und Mirabellen, Wodka für Zitrusfrüchte und Whisk(e)y für Äpfel und Birnen verwendet. Zusätzlich wird noch durch natürliche Aromen wie Vanille, Zimt oder Nelken verfeinert, auch Ingwer, Chili, Kräuter oder Kaffeebohnen werden zugegeben.

Die Grundbestandteile jedes Likörs sind Alkohol, die betreffende Frucht, Wasser und Zucker.
Liköre können auf zweierlei Arten hergestellt werden:
Zum einen durch das Mischen der Zutaten mit Alkohol - oftmals sind die Früchte hier schon als Fruchtsaft vorhanden - zum anderen als Alkoholauszug, indem die Früchte zunächst in Alkohol angesetzt, und nach einer entsprechenden Zeit wieder herausgenommen werden.
Liköre haben daher einen hohen Zuckergehalt und weniger Alkohol, als die Basisspirituose.

In der EU hergestellter Likör muss einen Mindestgehalt von 100 g Invertzucker pro Liter aufweisen. (oder einem entsprechenden Süßungsgrad durch andere Zuckerarten).
Jede Spirituose, die mindestens diesen Zuckergehalt enthält, ist laut Definition ein Likör.
„Crèmes“ sind besonders süße Liköre mit einem Zuckergehalt von mindestens 250 g pro Liter.

Verkostungen Parties